Technische Universität Berlin

Fakultät IV - Elektrotechnik und Informatik 

 
 
Zum 1. April 2001 wurde die Neugliederung der Technischen Universität Berlin vollzogen.
In der neuen Fakultät IV gehen die bisherigen Fachbereiche Elektrotechnik und Informatik auf.

Das Folgende ist im Wesentlichen ein Informationsangebot des bisherigen Fachbereichs Informatik:

 

| Inhaltsverzeichnis | Studium und Lehre | FB Informatik |

[Inhaltsverzeichnis]

2.7. Nebenfach, Wahlfach

Nach der Studien- und Prüfungsordnung stehen den Studierenden im Grundstudium 16 SWS und im Hauptstudium 16 bis 24 wahlfreie Stunden zur Verfügung. Sie müssen sich im Grundstudium zwischen einem Nebenfach oder einem Wahlfach entscheiden. Im Hauptstudium können beide, Nebenfach und Wahlfach, studiert werden. Die Lehrveranstaltungen sind aus dem Angebot der Berliner wissenschaftlichen Hochschulen (Technische Universität, Humboldt Universität, Freie Universität und Hochschule der Künste) frei auszuwählen, d.h., es kann sich dabei auch um Informatik-Veranstaltungen handeln. Allerdings müssen im Nebenfach mindestens die Hälfte der Stunden, ansonsten im Wahlfach mindestens 8 SWS außerhalb der Informatik erbracht werden. Sprachkurse können gemäß Beschluß des Prüfungsausschusses nicht ins Wahlfach eingebracht werden. Da die überwiegende Mehrheit (ca. 90 %) der Informatik-Absolventinnnnen/Absolventen in Anwendungsbereichen tätig ist, sollte die Wahl entsprechender Fächer ernsthaft betrieben werden. Im Wahlfach können Veranstaltungen unterschiedlicher Studiengänge eingebracht werden, im Nebenfach ist demgegenüber eine sinnvolle Zusammenstellung von Veranstaltungen aus einem Studiengang nötig. Der FB 13 bietet derzeit Vorschläge für 14 verschiedene Nebenfächer an (näheres s. Pkt. 2.7.2.).

Für Wahl- und Nebenfach gilt:

- Werden Veranstaltungen außerhalb der TUB besucht, so ist ein Nebenhörer/innen/schein bei der betreffenden Hochschule zu erwerben, damit Prüfungen abgelegt werden können. Handelt es sich um Veranstaltungen in zulassungsbeschränkten Studiengängen, so erteilt die Hochschule u.U. keinen Nebenhörer/innen/schein - sie verlangt eine Vollimmatrikulation im entsprechenden Studiengang.

- Die Lehrveranstaltungen sollten sich inhaltlich nicht mit bereits besuchten Veranstaltungen überschneiden (Vorsicht bei Mathe, Grundlagen der Elektrotechnik etc. - ggf. werden Euch Stunden gestrichen).

- Mit den Veranstalterinnen/Veranstaltern sollte vorab geklärt werden: Kann die Veranstaltung geprüft werden und wenn ja, von wem? (Übungsscheine genügen nicht). Welches sind die Prüfungsmodalitäten? (Schriftliche Ausarbeitungen, Referate, mündliche Prüfungsgespräche etc.). Über wieviel SWS ist die/der Prüferin/Prüfer bereit zu prüfen? (Ergänzungen gehen z.T. nicht in die Prüfung ein).

- Die Veranstaltungstitel inclusive Veranstaltungskennziffer sollten leserlich auf den Prüfungszetteln notiert werden (Überprüfung durch das Prüfungsamt).

[Inhaltsverzeichnis]

2.7.1. Wahlfach

Das Wahlfach bietet den Studierenden die Möglichkeit, über ihre Fachausbildung hinaus zusätzliche Kompetenz zu erlangen. Die Lösung komplexer gesellschaftlicher Aufgaben erfolgt unter Beteiligung mehrerer Fachdisziplinen, so daß die interdisziplinäre Kommunikationsfähigkeit von Informatiker/innen grundsätzlich vorausgesetzt werden muß. Das Wahlfach bietet den Studierenden die Möglichkeit, bereits während des Studiums Grundkenntnisse in verschiedenen Fachdisziplinen zu erwerben wie z.B. Arbeitszusammenhänge und Organisationswissen / Didaktik, Beratung und Präsentation / betriebswirtschaftliche Kenntnisse / rechtliche Randbedingungen / ökologische und ergonomische Zusammenhänge und vieles mehr.

Sofern alle Randbedingungen (s.o.) erfüllt sind, unterliegt das Wahlfach keinen Beschränkungen. Dies sollte nicht als Aufforderung verstanden werden, beliebig dünne Bretter zu bohren. Es können alle (abprüfbaren) wissenschaftlichen Lehrveranstaltungen der Technischen Universität, Freie Universität, Humboldt Universität und Hochschule der Künste gewählt werden. Das Wahlfach erscheint mit den eingebrachten Lehrveranstaltungstiteln und der Gesamtnote auf dem (Vor-) Diplom-Zeugnis.

Im folgenden werden einige Wahlfachangebote an der TU Berlin beispielhaft aufgezeigt:

Arbeitszusammenhänge und Organisationswissen

Produkte werden heute weitgehend arbeitsteilig entwickelt. Dies stellt besondere Anforderungen an die Organisation von Arbeitsprozessen und -strukturen, damit die notwendige Kommunikation zwischen den beteiligten Menschen möglichst reibungsfrei ablaufen kann. Defizite in diesem Bereich können dazu führen, daß technische Lösungen den Kriterien menschengerechter Arbeit nicht entsprechen. Kenntnisse in diesen Bereichen wie

ø Verständnis der organisatorischen Zusammenhänge und Arbeitsabläufe in Unternehmen

ø Organisation kooperativer Arbeitsprozesse unter Zeit- und Kostengesichtspunkten

ø Methoden der Technikbewertung und Technikfolgenabschätzung

ø Arbeitspsychologie und Arbeitspädagogik

ø Techniken zur Moderation von Arbeitsgruppen

ø Allgemeinverständliche Präsentation und Dokumentation technischer Aufgabenstellungen und Lösungen

vermitteln insbesondere die Lehrveranstaltungen des FBs 1 <Kommunikations- und Geschichtswissenschaften>, des FBs 2 <Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften>, des FBs 7 <Umwelt und Gesellschaft: Technik- und Organisationssoziologie, Politologie> und des FBs 13 <Informatik: Arbeitspsychologie und Arbeitspädagogik>.

Didaktik, Beratung und Präsentation

Didaktik, Beratung und Präsentation sind Vermittlungsformen, derer sich Informatiker/innen bedienen, um Wissen und Informationen an Dritte weiterzugeben. In den verschiedensten Arbeitszusammenhängen sind derartige Techniken entscheidend für den beruflichen Erfolg.

Siehe insbesondere die Lehrveranstaltungen des FBs 2 <Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften> und speziell zur Präsentation wirtschaftswissenschaftliche Veranstaltungen der FBe 13 <Informatik> und 14 <Wirtschaft und Management>

Betriebswirtschaftliche Kenntnisse

Bei nahezu jeder Tätigkeit besteht die Notwendigkeit, technische Lösungen unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Kriterien zu finden. Hierzu ist ein ausgeprägtes Termin-, Kosten- und Qualitätsbewußtsein notwendig. Solche Kenntnisse wie

ø Betriebswirtschaftliches Grundwissen

ø Methoden zur Kostenabschätzung und Kostenkontrolle

ø Methoden zur Marktbeobachtung, Konkurrenzanalyse und zur Analyse der Kundenwünsche

ø Methoden zur Steuerung des Produktinnovationsprozesses

ø Methoden zur Qualitätssicherung

vermitteln insbesondere die Lehrveranstaltungen des FBs 14 <Wirtschaft und Management>.

Rechtliche Randbedingungen

Bei der Vertragsgestaltung, der Konstruktion und beim Betrieb technischer Systeme spielen zahlreiche rechtliche Probleme eine wesentliche Rolle. Solche Kenntnisse wie:

ø Rechtsformen von Unternehmen

ø Vertragsrecht

ø Patentrecht

ø Arbeitsschutzverordnungen

ø Datenschutz

ø Sicherheitsvorschriften für Produkte

ø Produkthaftung

vermitteln insbesondere die Lehrveranstaltungen des FBs 13 <Informatik: Informatik und Gesellschaft> und des FBs 14 <Wirtschaft und Management>.

Umweltschutz

Bei nahezu jeder Tätigkeit besteht die Notwendigkeit, technische Lösungen unter Berücksichtigung ökologischer Zusammenhänge zu finden. Die Nichtbeachtung in der Planungsphase führt häufig zum Scheitern von Projekten oder verursacht im Nachhinein erhebliche Kosten. Kenntnisse im Bereich des Umweltschutzes wie:

ø Abfall

ø Schadstoffe

ø Lärm

ø Klimaschutz

ø Methoden der Wiederaufbereitung oder Entsorgung von technischen Systemen

vermitteln insbesondere Lehrveranstaltungen des FBs 6 <Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Werkstoffwissenschaften> und des FBs 7 <Umwelt und Gesellschaft>.

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2.7.2. Nebenfach

Leistungen in einem Nebenfach weisen nach, daß das Studium auf einem anderen Wissenschaftsgebiet als Informatik erstreckt worden ist. Es kann sinnvoll sein, daß die Studierenden dabei Kenntnisse und Fähigkeiten in einem Anwendungsgebiet erwerben. Insbesondere das Nebenfach des Hauptstudiums sollte im Hinblick auf eine spätere berufliche Spezialisierung ausgewählt werden. Im Gegensatz zum Wahlfach stammen die Veranstaltungen des Nebenfachs aus einer Fach- bzw. Studienrichtung (i.d.R. Veranstaltungen eines Studiengangs). Auch sie können an allen wissenschaftlichen Hochschulen Berlins (Technische Universität, Freie Universität, Humboldt Universität und Hochschule der Künste) studiert werden. Das Nebenfach erscheint mit seiner Bezeichnung, den eingebrachten Lehrveranstaltungstiteln und der Gesamtnote auf dem (Vor-) Diplom-Zeugnis. In der Regel findet jeweils am Ende des Grund- bzw. Hauptstudiums eine Blockprüfung über den gesamten Stundenumfang statt - es können jedoch auch Sonderregelungen für die Prüfungsmodalitäten getroffen werden (z.B. Prüfungsrelevante Studienleistungen).

Das Nebenfach wird auf Antrag beim Prüfungsausschuß in seiner Lehrveranstaltungszusammensetzung bewilligt. Die/der Studierende sollte sich jeweils zu Beginn des Grund- und Hauptstudiums eine/einen Prüferin/Prüfer (Professorin/Professor) im gewünschten Fach suchen, einen von der/dem Prüferin/Prüfer empfohlenen Stundenplan im Umfang von 16 - 24 SWS aufstellen sowie deren/dessen Bereitschaft einholen, die genannten Veranstaltungen (in der ein oder anderen Art) zu prüfen (mit Unterschrift). Mit diesen Anlagen wird der Antrag beim Prüfungsausschuß eingereicht.

Der Besuch des Grundstudiums ist keine formale Zulassungsvoraussetzung für ein Nebenfach im Hauptstudium. Es empfiehlt sich jedoch, im Hauptstudium auf Grundkenntnisse aufbauen zu können, also zumindestens im Wahlfach des Grundstudiums schon entsprechende Veranstaltungen besucht zu haben. Bis zu einer gewissen Stundenzahl können im Hauptstudiumsstundenplan auch Grundstudiumsveranstaltungen enthalten sein (Beratung durch den Prüfungsausschuß in Anspruch nehmen).

Für eine Reihe von Nebenfächern gibt es bereits vom Fachbereich empfohlene, vorstrukturierte Angebote. Eine Liste (s.u.) inclusive Beschreibung und Prüfungsmodalitäten dieser empfohlenen Nebenfächer ist im Sekretariat des Prüfungsausschusses, bei der Studienberatung und im Studienbüro erhältlich. Auf Antrag beim Prüfungsausschuß kann von der vorgegebenen Struktur abgewichen werden.

Die empfohlenen Nebenfachangebote des FB 13:

- Arbeitspsychologie und Arbeitspädagogik

- Elektrotechnik

- Informationstechnologie und Entwicklungsländer

- Kognitionswissenschaft

- Linguistik für Informatiker

- Mathematik

- Medienwissenschaft

- Philosophie

- Produktionstechnik

- Statistik

- Technik- und Organisationssoziologie

- Umweltinformationsmanagement

- Wirtschaftswissenschaften / Wirtschaftswissenschaften-VWL / Wirtschaftswissenschaften-BWL

- Wissenschafts- und Technikgeschichte

Arbeitspsychologie und Arbeitspädagogik:

Im Grundstudium zielt die Ausbildung im Nebenfach darauf, Kenntnisse über Probleme der Arbeitsgestaltung aus arbeitspsychologischer und arbeitpädagogischer Sicht zu gewinnen. Im Hauptstudium stehen Methoden der Analyse und Gestaltung von Arbeitstätigkeiten im Vordergrund,die zu eigenständigen Pro-blemlösungen im Bereich Arbeitsgestaltung und arbeitsbezogene Qualifikation für Arbeitstätigkeiten mit Einbindung von Informationstechniken befähigen sollen.

 

Elektrotechnik

Generelles Ausbildungsziel für ein Studium der Informatik mit Nebenfach Elektrotechnik ist die theoretisch-wissenschaftliche Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit als Informatikerin bzw. Informatiker in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Elektro-Industrie, in elektrotechnisch ausgerichteten Forschungsinstituten außerhalb der Industrie und mittelständischen Unternehmen und Ingenieurbüros.

Eine solche Berufstätigkeit wird sehr stark von den einzelnen elektrotechnischen Fachgebieten geprägt sein, wie sie - breit aufgefächert - in den Namen der Nebenfächer erscheinen; entsprechend unterschiedlich werden die Aufgabenstellungen sein.

Als Aufgabenschwerpunkt einer Informatikerin bzw. eines Informatikers mit Nebenfach Elektrotechnik wird der Entwurf, die Fortentwicklung und die Wartung von komplexer Anwendungssoftware im Bereich Elektrotechnik angestrebt. Hierbei geht es im wesentlichen um die Einbindung fachspezifischer Aspekte in leistungsfähige Softwaresysteme (Entwurfs-, Informations- und Simulationssysteme) in Zusammenarbeit mit Elektrotechniker/innen. Im Vordergrund stehen somit die informationsorientierten Aufgaben, wobei jedoch die Begriffswelt der Elektrotechnik für eine Diskussion bezüglich der Anforderungsprofile eine wichtige Voraussetzung darstellt.

Informationstechnologie und Entwicklungsländer

Die rasante Entwicklung der Informatik bewirkt eine enorme Ausbreitung des Computereinsatzes in Industrieländern. Viele Entwicklungsländer versuchen deshalb, den Anschluß nicht zu verpassen. Moderne Technologien eröffnen Wege, Information zu verarbeiten. Die Verzahnung von Telekommunikation und Datenverarbeitung ermöglicht die sofortige Übertragung von Informationen über ein globales Informationsnetz und schafft so - wenigstens theoretisch - die Voraussetzungen, die ökonomischen, politischen und kulturellen Diskrepanzen zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern zu verringern.

So werden am Fachbereich Informatik Lehrveranstaltungen zum Thema "Informatik und Entwicklungsländer" angeboten. Neben der Erarbeitung von Themen, wie z.B. Entwicklungsstrategien, Technologietransfer, Internationalisierung der Informatik werden auch Systeme für bestimmte Entwicklungsländer entwickelt. Das Nebenfach "Informationstechnologie und Entwicklungsländer soll Entwicklungland-orientierte Lehrangebote bündeln, die bereits an vielen Fachbereichen der TU Berlin existieren. Es soll neue Perspektiven bei der Betrachtung von Informatikanwendungen eröffnen und Problembewußtsein schaffen für die Voraussetzungen, die Durchführung und die späteren Auswirkungen auf die Gesellschaftsstruktur eines Entwicklungslandes.

Dies erfordert interdisziplinäres Denken und stellt eine enge Verknüpfung von theoretischem Wissen und praktischem Handeln dar. Da diese Lehrveranstaltungen für deutsche wie ausländische Studierende interessant sind, bieten sie ein Forum des interkulturellen Austausches und schaffen neue Berufschancen.

Kognitionswissenschaft

Kognitionswissenschaft läßt sich verstehen als interdisziplinäre Klammerung derjenigen Disziplinen, die sich mit natürlichen oder künstlichen, konkreten oder abstrakten kognitiven Prozessen, insbesondere in den Bereichen Wahrnehmung, Denken, Problemlösen, Sprache, Wissensorganisation und Erkenntnis, auseinandersetzen. Die Kognitionswissenschaft wird stark von dem - ohnehin auf Interdisziplinarität ausgerichteten - Fachgebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) getragen. Wissenschaften mit zentralen kognitionswissenschaftlichen Bezügen sind Kognitionspsychologie, Neurowissenschaften, Linguistik, Semiotik, analytische Philosophie sowie Teile der Informatik und Ingenieurswissenschaften, die in einem engen Zusammenhang zur KI-Forschung stehen.

Neben der Aufarbeitung und Erforschung von grundwissenschaftlichen Problemen der Kognition finden sich an der TUB zahlreiche Forschungsarbeiten, die sich auf kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden zum Entwurf von Mensch-Maschine-Systeme stützen, so z.B. in der Robotik, Bildverarbeitung, Medizininformatik, automatischen Klassifikation, Mensch-Maschine-Kommunikation, Sprachverarbeitung sowie in den Anwendungsfeldern des Verkehrswesens und Luft- und Raumfahrt. Dadurch erhält die Kognitionswissenschaft an der TUB ein spezifisches Profil.

 

Linguistik:

Das Studium der Informatik setzt nicht nur den präzisen Gebrauch des Deutschen, Englischen oder einer anderen Sprache voraus, sondern erfordert auch Kenntnisse über den Aufbau, die Verwendung und die Semantik künstlicher Sprachen, wie

- Programmiersprachen wie z.B. Prolog oder Lisp

- Kommandosprachen von Betriebssystemen wie z.B. Unix oder MS DOS

- Anfragesprachen von Datenbanken oder Informatonssyteme wie z.B. SQL

- Interaktionssprachen von Benutzungsoberflächen aller Art

- Metasprachen zur Spezifikation formaler Sprachen

- Repräsentationssprachen in wissensbasierten Systemen oder in Expertensystemen

- Syntaktische und semantische Formalismen zur Repräsentation natürlicher oder künstlicher Sprachen

Andererseits besitzt die Informatik in der maschinellen Sprachverarbeitung, wie etwa in der maschinellen Übersetzung, in der Lexikonentwicklung, beim maschinellen Sprachverstehen, in der terminologischen Wissensepräsentation, in der maschinellen Spracherkennung oder bei natürlichsprachlichen Benutzungsschnittstellen Anwendungen, die ohne linguistische Kenntnisse nicht behandelbar sind.

Das Studium der Linguistik als Nebenfach zur Informatik soll hierfür die erforderlichen Grundkenntnisse vermitteln mit Lehrveranstaltungen

- zu Beschreibungsebenen von Sprachen im Allgemeinen

- zur Struktur natürlicher Sprachen

- zu den Wechselbeziehungen zwischen Sprachen und sozialen, psyschologischen und biologischen Gegebenheiten des Menschen

- zum Verhältnis natürlicher Sprachen zu anderen Zeichensystemen.

Mathematik:

Ergänzend zur Einführung in grundlegende Bereiche der Mathematik im Rahmen des Studiengangs Informatik soll eine vertiefte Ausbildung in einem Teilbereich der Mathematik erfolgen. Damit soll der/die Studierende in der Lage sein, mathematische Methoden im Bereich der Informatik anwenden und weiterentwickeln zu können.

Produktionstechnik

Das Studium der Informatik kann sich nicht auf die theoretische Beherrschung von Methoden und Verfahren beschränken, sondern sollte Erfahrungen in Anwendungsgebieten der Informatik ermöglichen. Ein umfangreiches Anwendungsgebiet für Methoden und Techniken der Informatik ist der Bereich der rechnerunterstützten Konstruktion und Fertigung. Dabei können folgende Kenntnisse vermittelt werden:

- Konzepte der Produktion von heute als computerintegrierter Produktion,

- Verfahren der Rechnerunterstützung bei der Konstruktion, Fabrikplanung, Arbeitsplanung und Fertigungssteuerung,

- Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz in Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung u.v.m.

Das Nebenfach "Produktionstechnik" für Informatikerinnen/Informatiker soll einen Überblick über die oben angsprochenen Themen verschaffen und die Studierenden befähigen, die in den Kernbereichen der Informatik erworbenen Kenntnisse in der Praxis der Produktion einzusetzen. Es enthält ausgewählte Veranstaltungen der am Fachbereich 11 "Konstruktion und Fertigung" angebotenen Veranstaltungen für die speziellen Ausbildungsziele der Informatikerinnen/Informatiker. Das Studium im Nebenfach teilt sich in ein viersemestriges Grundstudium, jeweils mit studienbegleitenden Prüfungen bzw. Leistungen.

Statistik

Die Sammlung, Aufbereitung und Analyse von Daten bildet in allen Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften einen wichtigen Bestandteil bei Modell- und Theoriebildung, ihrer Validierung sowie bei Planung, Steuerung und Prognose. Zur effektiven Nutzung der aus empirischen Daten gewonnenen Informationen sind methodische Prinzipien zu befolgen, die von der Statistik bereitgestellt werden.

Durch die universelle Nutzung und die allgemeine Verfügbarkeit schneller Rechenanlagen ist die Verarbeitung großer Datenmengen und die Anwendung komplexer statistischer Methoden in so gut wie allen Anwendungsgebieten möglich geworden. Viele statistische Methoden erfordern für ihre Anwendung die Entwicklung geeigneter Algorithmen. Im Nebenfach Statistik sollen diese beiden Aspekte der Verflechtung zwischen den Methoden der Statistik und der Informatik sowie ihre praktische Anwendung vermittelt werden.

Das Grundstudium dient der Vermittlung der Grundlagen der Statistik und der Erlangung praktischer Fähigkeiten bei der Programmierung statistischer Software. Das Hauptstudium bietet die Möglichkeit, in den folgenden Anwendungsgebieten die Methodenkenntnisse zu vertiefen und ihre Anwendung in der Praxis zu studieren: Qualitätswissenschaft, Mustererkennung und Bildverarbeitung, Stochastische Prozesse und Systeme, Anwendungen in Wirtschaft und Management. Es bietet auch Gelegeneheit, die mathematisch-methodischen Kenntnisse der Statistik zu vertiefen.

Technik- und Organisationssoziologie

Die Techniksoziologie erforscht die sozialen Bedingungen der Technikentwicklung (Technikgenesefor-schung). In diesem Rahmen stehen auch Fragen der Technikakzeptanz und der Rolle der Institutionen und Professionen der Technikentwicklung im Mittelpunkt des Interesses. Das konkrete Ausbildungsziel im Bereich der Techniksoziologie ist es, Grundkenntnisse über die Ergebnisse und Methoden der Technikgenese- und der Technikfolgenforschung zu vermitteln und für die sozialen und ethischen Probleme der Technikentwicklung und -anwendung zu sensibilisieren. Die Informations- und Kommunikationstechnologien werden dabei als konkreter Technikbereich im Vordergrund stehen.

Im Bereich der Organisationssoziologie werden Grundkenntnisse über die Ergebnisse und Methoden der Organisationswissenschaften vermittelt. Die sozialen, individuellen und ethischen Probleme bei der Einführung, Gestaltung und Anwendung von Techniken in Organisationen, insbesondere von Informations- und Kommunikationstechnologien, sollten von Informatiker/innen kritisch eingeschätzt werden können. Die Vermittlung eines Überblicks über die Methoden der sozialwissenschaftlichen Organisationsdiagnose und der Organisationsentwicklung soll ihnen bei der Lösung der erkannten Probleme Hilfestellung geben.

Umweltinformationsmanagement

Der Anwendungsbereich Umweltschutz hat in den letzten Jahren auch für die Informatik erheblich an Bedeutung gewonnen. Betroffen sind zahlreiche Gebiete und Verfahren, wobei im Vordergrund die Entwicklung der Umweltinformationssysteme und -datenbanken stehen. Außerdem finden die Simulations- und Animationstechniken einschließlich der Computer Graphik vielfache Anwendung in der Umweltforschung.

Die Aufgabenstellungen im Umweltbereich sind durch hohe Komplexität gekennzeichnet. Umweltprobleme lassen sich meist nur durch eine interdisziplinäre Herangehensweise lösen. Umweltdaten sind raum- und zeitbezogene Informationen zu den uns umgebenden Medien Boden, Wasser, Luft und Atmosphäre. Von besonderem Interesse sind die Problembereiche Abfall (fest, flüssig und gasförmig), Schadstoffe und Lärm und deren Wirkung vor allem auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Besonders aktuell ist z.Zt. der Klimaschutz.

Die erfaßten Daten und mathematischen Modelle bilden als vereinfachendes Abbild der Wirklichkeit die Grundlage für das Umweltwissen innerhalb der einzelnen Gebiete. Dabei sind deutliche Defizite feststellbar. Entweder fehlen Daten über wichtige Teilbereiche oder die vorhandenen umfangreichen Datensammlungen lassen sich aus software- oder hardwaretechnischen Gründen mittelfristig nicht mehr bewältigen.

Um die aus statistischen Erhebungen oder durch automatische Erfassung von Meßwerten gewonnenen Daten im Interesse des Umweltschutzes optimal und längerfristig nutzen zu können, müssen die Datenerhebung, die Plausibilitätskontrolle sowie die Aufbereitung und Auswertung einschließlich der Hoch- und Fehlerrechnung nach definierten, durch die statistische Methodenlehre abgesicherten Verfahren erfolgen. Die Selektion, Prüfung, Bewertung, Aggregation und Zusammenführung von Daten im Rahmen von Umweltinformationssystemen soll ein vergleichbares Qualitätsniveau für die verschiedenen Teilbereiche des Umweltwissens gewährleisten.

Wirtschaftswissenschaften

Charakteristisch für den Einsatz der Informatik in Wirtschaft und Verwaltung ist ihr enger Bezug zur Gestaltung und Nutzung rechnergestützter Informations- und Kommunikationssysteme. Die Informatiker/innen arbeiten nicht nur mit Anlagen und technischen Systemen. Sie sollten sich auch mit ökonomischen, organisatorischen, rechtlichen und sozialen Problemen und Konsequenzen der Gestaltung und Nutzung von Kommunikationssystemen, Hardware, Software und Netzen vertraut machen, wenn sie sich auf eine berufliche Tätigkeit in der Wirtschaft oder der Verwaltung vorbereiten. Der Einsatz von Informationstechnologien erfolgt in der Wirtschaft im Rahmen von unternehmerischen Investitionsentscheidungen. Der Tätigkeitsbereich der InformatikerInnen ist daher nicht nur ingenieurwissenschaftlich geprägt, sondern enthält zahlreiche Elemente einer anwendungsbezogenen Betriebswirtschaftslehre.

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2.8. Die Arbeit der/des Informatikstudentin/Informatikstudenten

Jedem Hochschulstudium gemeinsam ist als grundlegende Arbeitsweise der Besuch von Lehrveranstaltungen und die begleitende Vertiefung des Stoffes durch die Studierenden in Form von Literaturarbeit und Übungen. Charakteristisch für die Arbeit im Rahmen des Informatikstudiums an der TU Berlin sind die im folgenden aufgeführten Aspekte:

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2.8.1. Arbeit in kleinen Gruppen

Der Übungsbetrieb im Grund- und Hauptstudium basiert auf Gruppenarbeit:

- zum einen werden die Übungen in Tutorien, d.h. in Gruppen von ca. 20 (wegen der Überfüllung leider oft bis zu 40 !) Studierenden, die von einer/einem Tutorin/Tutor angeleitet werden, betreut;

- zum anderen wird die Übungsarbeit überwiegend in Kleingruppen durchgeführt, auf die sich die folgenden Informationen beziehen.

In der Regel werden die geforderten Übungsaufgaben in Gruppen von 2 - 4 Studierenden gemeinsam gelöst und gemeinsam abgegeben. Darüber hinaus ist es vorgesehen, Diplomarbeiten in Gruppen zu bearbeiten; dabei wird von der/dem betreuenden Dozentin/Dozenten jeweils sichergestellt, daß die Einzelleistung gegenüber der Gruppenleistung klar abgegrenzt werden kann.Die Bearbeitung von Mündlichen Prüfungen in Gruppen ist nicht vorgesehen, wenn auch mehrere Prüflinge zum gleichen Termin antreten können.

Diese Betonung der Gruppenarbeit ergibt sich aus der Berufspraxis der/des Informatikerin/Informatikers, die weitgehend Teamarbeit mit sich bringt. Es erscheint daher als ein wichtiges Lernziel, gerade im praktischen Teil des Informatikstudiums die Arbeitsorganisation in kleinen Gruppen einzuüben. Ein zusätzlicher Vorteil der Gruppenarbeit für die Studierenden ist die Möglichkeit einander kennenzulernen und ggf. Freundschaften zu schließen.

In der Bildung von Arbeitsgruppen und der Gestaltung der Gruppenarbeit sind die Studierenden frei. Die Einführungsveranstaltung sowie die ersten Tutorien können zum Bilden von Arbeitsgruppen benutzt werden. Es wird empfohlen, nach Möglichkeit feste Gruppen zu bilden, die insbesondere auch alle Lehrveranstaltugen eines Semesters gemeinsam bearbeiten, da dies die Termingestaltung der Gruppen erheblich vereinfacht. Bezüglich der Arbeitsorganisation wird im Interesse aller dringend empfohlen, die Arbeit in der Gruppe nach Möglichkeit gleichmäßig zu verteilen, so daß jedes Gruppenmitglied mit jeder Art der anfallenden Arbeit vertraut wird. Nur so ist sichergestellt, daß das angestrebte Lernziel für alle Studierenden auch erreicht wird.

Tutorinnen/Tutoren sind Studierende des Hauptstudiums, in der Regel selbst Informatik-Studierende. Die Arbeit ist aufwendig, aber bringt ungewöhnlich breite und reiche Studienerfahrungen. Voraussetzungen sind: Freude an der didaktischen Arbeit; Bereitschaft, sich einzusetzen; gute Kenntnisse im Grundstudium. Die Stellen sind den Einheiten bzw. den Hochschullehrerinnen/Hochschullehrern zugeordnet und werden ausgeschrieben; die Tätigkeit ist auf 2 Jahre mit bis zu 2 Jahren Verlängerung befristet.

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2.8.2. Arbeit am Rechner

Viele Lehrveranstaltungen beinhalten praktische Rechnerübungen. Die Übungen werden entsprechend dem jeweiligen Ausbildungsziel auf verschiedenen Rechnersystemen durchgeführt. Der Betrieb der Rechenanlagen erfolgt zentral durch den Informatik-Rechnerbetrieb, in bestimmten Fällen auch durch die für die Lehrveranstaltungen zuständigen Fachgebiete. Im Rechnerbetrieb erhalten Sie auch Ihre Benutzererlaubnis (siehe Punkt 5.20).

Die Betreuung der Rechnerübungen erfolgt durch die zuständigen Fachgebiete. Insbesondere die jeweiligen Tutorinnen/Tutoren leisten Hilfestellung bei aufgabenbezogenen Problemen, Programmierfehlern und Fragen im Zusammenhang mit dem Betriebssystem. Sie führen regelmäßige Sprechstunden durch. Die Ausgabe von Arbeitsunterlagen erfolgt in den Lehrveranstaltungen.

Der Umfang der Rechnerübungen beträgt in der Regel 2 SWS, bei Praktika und Projektlehrveranstaltungen auch mehr. In den Lehrveranstaltungen des Grundstudiums erfolgt eine ausführliche Einführung in Betriebssystem, Programmierumgebung und Bedienung der Rechner. Darüber hinausgehende Einführungskurse in spezielle Betriebssysteme oder Programmiersprachen werden im Rahmen der Studien- und Prüfungsordnung nicht anerkannt.

Arbeitsplätze und Rechenzeiten werden den Übungsgruppen in den Lehrveranstaltungen im Rahmen der Tutoriumseinteilung zugeteilt. Die Rechenzeiten werden für Wochentage zwischen 8.00 und 21.00 Uhr vergeben. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Prioritätsregelung, so daß freie Arbeitsplätze auch von anderen Übungsgruppen genutzt werden können.

Auch nachts und an Wochenenden kann an den Rechenanlagen gearbeitet werden. Man braucht hierfür allerdings eine besondere Erlaubnis, die man, wenn man den Bedarf nachweisen kann, in demSekretariat (oder beim Tutor) erhält, das für die Lehrveranstaltung zuständig ist, für die man nachts arbeiten will.

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2.8.3. Literaturarbeit

Für die Lehrveranstaltungen, insbesondere des Grundstudiums werden in der Regel Skripte ausgegeben oder es wird ein Lehrbuch verbindlich festgelegt. Darüber hinaus wird insbesondere im Hauptstudium von den Studierenden erwartet, daß sie selbständig andere empfohlene Lehrbücher sowie Originalliteratur durcharbeiten. Die Originalliteratur der Informatik ist fast ausschließlich in Englisch geschrieben.

Lehrbücher, die als Grundlage für eine Lehrveranstaltung festgelegt werden, kann man entweder kaufen oder über die Lehrbuchsammlung der Hauptbibliothek kostenlos für ein Semester ausleihen. Bescheinigungen dafür werden in den Tutorien vergeben.

Für selbständige Literaturarbeit steht die Fachbibliothek Informatik zur Verfügung. Das Bibliothekspersonal berät und ist bei der Benutzung der Kataloge behilflich.

In der Fachbibliothek kann man lesen und auf eigene Kosten kopieren. Zum Ausleihen benötigt man einen Benutzerausweis, den man in der Ortsausleihe der Hauptbibliothek erhält. Die Hauptbibliothek selbst wird im Rahmen des Informatikstudiums seltener in Anspruch genommen werden. Nähere Angaben zu den hier erwähnten und weiteren Bibliotheken findet man in Punkt 5.21.

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2.8.4. Besondere Schwierigkeiten ausländischer Studierender

Der Fachbereich Informatik bildet einen hohen Anteil von ausländischen Studierenden aus. Sie haben erfahrungsgemäß besondere, zum Teil ganz erhebliche Schwierigkeiten. Wer nicht hinreichend gut Deutsch spricht, dem fällt es doppelt schwer, den Lehrveranstaltungen zu folgen, sich an der Arbeit in den Gruppen zu beteiligen und Kontakt zu anderen Studierenden anzuknüpfen. Wir bitten daher die deutschen Studierenden dringend, sich in den kleinen Arbeitsgruppen und ebenso nichtfachlich mit ausländischen Studierenden zusammenzuschließen; und wir ermuntern die ausländischen Studierenden, im besonderen Maße die Sprechstunden und die Hilfsbereitschaft der Lehrenden und Tutorinnen/Tutoren und der Studienberatung wahrzunehmen. Wichtige Informationen, Betreuung und Beratung siehe Punkt 5.9.-5.11.

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2.8.5. Besondere Schwierigkeiten von Frauen im Studiengang Informatik

Für die erschwerte Studiensituation von Frauen gibt es zahlreiche Gründe. Zum einen kommen Mädchen in ihrer Kindheit und Jugend seltener als Jungen mit Technik in Berührung und haben seltener einen Rechner zum Spielen und Lernen zur Verfügung. So münden deutlich weniger Frauen überhaupt in den Studiengang Informatik ein, und diese verfügen meist über weniger Routine im Umgang mit dem technischen Gerät. Zum zweiten wirkt sich das bestehende Vorurteil, Frauen hätten in Wissenschaft und Technik nichts zu suchen, noch zusätzlich negativ auf das Selbstbewußtsein der Frauen aus, wogegen Männer in dieser Hinsicht lebenslang gefördert werden.

Neben diesen in das Studium hineingetragenen Ursachen für die Schwierigkeiten der Studentinnen existieren noch die "hausgemachten" an der Universität. Hierzu zählen die hohe Arbeitsbelastung der Studierenden im Informatik-Grundstudium in Verbindung mit der Aufteilung in Arbeitsgruppen. Diese Kombination führt derzeit zu einer hochgradig arbeitsteiligen Gruppenarbeit, wobei jede/jeder die Themenkomplexe bearbeitet, die sie/er am besten kann. Für Frauen trifft das erfahrungsgemäß selten auf das Programmieren zu. So entgehen vielen Frauen die Grundlagen des Programmierens, und es wird im Laufe des Studiums immer schwerer, den Anschluß zu finden. Dabei werden die Schwierigkeiten im Studium stets auf das eigene Unvermögen zurückgeführt, und es wird angenommen, frau stände mit diesem Problem alleine da.

Um dieser Problematik zu begegnen, hat der Fachbereich Informatik in der Vergangenheit mit verschiedenen Maßnahmen reagiert. Es wurden insbesondere in den Pflichtveranstaltungen des Grundstudiums Frauentutorien und darüber hinaus spezielle Programmierkurse für Frauen (14-Tage-Kompaktkurse in den Semesterferien) eingerichtet. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß in den reinen Frauengruppen deutlich weniger Konkurrenzdruck besteht und die Frauen in dieser Atmosphäre ihre Defizite besser aufarbeiten können. In der Erstsemestereinführung und in einer speziellen Studentischen Studienberatung für Frauen werden die Studentinnen auf die Problematik aufmerksam gemacht. Es wird ihnen geraten, die spezifischen Lehrveranstaltungsangebote wahrzunehmen und sich nach Möglichkeit in reinen Frauenarbeitsgruppen zu organisieren.

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2.8.6. Die Besondere Prüfungsberatung

Gemäß geändertem Hochschulgesetz vom Dezember 1993 müssen Studierende, die die Regelstudienzeit im Grund- oder Hauptstudium um mehr als zwei Semester überschreiten, an einer besonderen Prüfungsberatung teilnehmen. Betroffene Studierende erhalten eine schriftliche Aufforderung vom Präsidenten der TU Berlin.

Im Anhang des Aufforderungsschreibens befindet sich eine Liste mit Namen und Anschriften beratungs-berechtigter Professoren des Studiengangs Informatik. Sie können sich darunter eine Person Ihres Vertrauens auswählen. Wenn Sie möchten, daß die Beratung von einem/einer Professor/in eines anderen Fachbereichs durchgeführt wird (z.B. einer Frau, Ausländer/in, Wahlfachprüfer/in), können Sie schriftlich einen begründeten Antrag beim Prüfungsausschuß Informatik (s. Pkt. 5.7.) stellen. Vereinbaren Sie dann baldmöglichst einen Beratungstermin, damit Sie die genannte Abgabefrist einhalten können.

Zu dem Beratungespräch können Sie eine Person Ihres Vertrauens mitnehmen (Freund/in etc.).

Der Nachweis über die Teilnahme an der besonderen Studienberatung ist zusammen mit der Rückmeldung einzureichen. Sollten Sie den Nachweis erst nach dem Rückmeldeschluß erhalten, so sind die Rückmeldeunterlagen unbedingt fristgerecht abzugeben; in diesem Fall wird der Nachweis bis spätestens zum Semesterende (31. März bzw. 30. September) nachgereicht. Wird auch diese Frist versäumt, so erfolgt die Zwangsexmatrikulation. Auskünfte erteilt die Studentische Studienberatung (s. Punkt 5.5.).

 

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2.9. Anerkennung von nicht im Studiengang Informatik erbrachten Leistungen

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2.9.1. Allgemeines

Studien- und Prüfungsleistungen, die an anderen wissenschaftlichen Hochschulen im Fach Informatik erbracht wurden, werden angerechnet, soweit der Prüfungsausschuß die Gleichwertigkeit feststellt. Ein im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes im Studiengang Informatik abgelegtes Vordiplom wird anerkannt.

Studien- und Prüfungsleistungen in anderen Studiengängen wissenschaftlicher Hochschulen sowie Fachhochschulabschlüsse werden aufgrund von Einzelentscheidungen des Prüfungsausschusses auf ihre Anrechenbarkeit geprüft und ggf. anerkannt oder angerechnet.

Eine Anerkennung kann erfolgen bei

- Wechsel vom Studiengang Informatik einer anderen wissenschaftlichen Hochschule an die TU Berlin,

- Wechsel von einem anderen Studiengang einer wissenschaftlichen Hochschule zum Studiengang Informatik,

- Wechsel von einer Fachhochschule an die TU Berlin,

- im Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen,

- Berufspraxis für das Fach Informatik-Praxis.

Für die Anerkennung von Leistungen im Studiengang Allgemeine Informatik und Technische Informatik der Technischen Fachhochschule Berlin gilt folgende Regelung: Das Diplom der Technischen Fachhochschule wird mit folgenden Auflagen als Vordiplom anerkannt:

ø Prüfungen in den Fächern Informatik A und Informatik B (ohne Vorlage der Nachweise gemäß PO §18(3)),

ø Prüfungsrelevante Studienleistungen im Prüfungsfach Theoretische Grundlagen der Informatik (Lehrveranstaltungen TheGI 1, TheGI 2, und TheGI 3).

Eine erfolgreich abgelegte Prüfung über die Veranstaltung "Theoretische Informatik (Grundlagen)" der Technischen Fachhochschule wird für die Prüfungsrelevanten Studienleistungen der Lehrveranstaltung "Theoretische Grundlagen der Informatik 1" (TheGI 1) anerkannt. Für das Hauptstudium können Lehrveranstaltungen der Technischen Fachhochschule im Einzelfall anerkannt werden, sofern ein/e zuständige/r Hochschullehrer/in die Äquivalenz mit einer ihrer/seiner Lehrveranstaltungen bestätigt. Auch im günstigsten Fall muß somit ein Studium von zwei Semestern für das Grundstudium veranschlagt werden, bevor das Vordiplom Informatik erreicht ist.

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2.9.2. Verfahren zur Anerkennung oder Anrechnung von anderweitig erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen im Studiengang Informatik

1a. Der Antrag auf Anerkennung wird den Studierenden nach Abgabe der Bewerbungsunterlagen für den Studiengang Informatik (s. Pkt. 6) beim Referat für Studienangelegenheiten (s. Pkt. 5.1.) ausgehändigt. Dieser wird mit den Nachweisen über die anderweitig erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen zusammen mit den Immatrikulationsunterlagen dort auch wieder eingereicht.

1b. Ausländische und staatenlose Studienbewerber/innen wenden sich an das Akademische Auslandsamt (s. Pkt. 5.9.). Sie erhalten von dort die notwendigen Unterlagen und Informationen (s. Pkt. 6.).

1c. Bei ausländischen EG-Bürger/innen sowie Bildungsinländer/innen mit einer Hochschulzugangsberechtigung aus den Bundesländern oder von einer deutschen Auslandsschule stellen den Antrag auf Anerkennung wie Deutsche (s. Pkt. 1a).

2. Die Studierenden erscheinen in einer der nächsten Sprechstunden des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses (s. Punkt 5.7.).

3. Kann der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über eine Anerkennung in Frage kommender Prüfungsfächer aus fachlicher Sicht nicht selbst entscheiden, so schickt er die Unterlagen zu den einzelnen für das jeweilige Prüfungsfach zuständigen Professoren mit der Bitte um Empfehlung.

4. Bei im Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen ist zur Beurteilung der Anerkennungsmöglichkeit eine vorherige Stellungnahme des Akademischen Auslandsamtes erforderlich.

5. Auskünfte über den Stand des Anerkennungsverfahrens erteilt das Sekretariat des Prüfungsausschusses.

6. Die eigentliche Anerkennung wird vom Referat für Studienangelegenheiten ausgesprochen, das die/den Studierende/n entsprechend informiert.

 

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2.10. Aufbaustudium und Promotion

Studierende mit abgeschlossenem Hochschulstudium können am Fachbereich Informatik zum Dr. Ing., Dr. rer. nat. oder Dr. rer. oec. promovieren. Es ist für die Promotion sinnvoll und zum Teil notwendig, die Kenntnisse aus dem Hauptstudium durch den Besuch weiterer Lehrveranstaltungen zu vertiefen (Aufbaustudium).

Mit Fragen zum Ablauf des Promotionsverfahrens wende man sich an die Fachbereichsverwaltung (s. Pkt. 5.16.). Dort sind auch die Texte der Promotionsordnungen und Antragsformulare erhältlich. In inhaltlichen Fragen ist es zweckmäßig, sich an die/den Hochschullehrerin/Hochschullehrer zu wenden, in dessen Fachgebiet die Dissertation geschrieben werden soll. Selbstverständlich stehen für diese Fragen auch der Hochschullehrer der Studienfachberatung (s. Pkt. 5.6.) zur Verfügung.

Sie können die Texte der Promotionsordnungen auch im WWW lesen unter:

http:/www.cs.tu-berlin.de/cs/fbv/Promotionsordnungen/

 


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