Technische Universität Berlin

Fakultät IV - Elektrotechnik und Informatik 

 
 
Zum 1. April 2001 wurde die Neugliederung der Technischen Universität Berlin vollzogen.
In der neuen Fakultät IV gehen die bisherigen Fachbereiche Elektrotechnik und Informatik auf.

Das Folgende ist im Wesentlichen ein Informationsangebot des bisherigen Fachbereichs Informatik:

 

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1. Das Fach Informatik

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1.1. Was ist Informatik?

Das Fach Informatik befaßt sich mit allen Aspekten der automatischen Datenverarbeitung einschließlich der Wechselwirkungen mit dem gesellschaftlichen Umfeld. Insbesondere zählen dazu

- die Analyse von Grundbegriffen wie Information, Daten, Algorithmen, Sprachen, Maschinen, Systeme,

- die Funktion von datenverarbeitenden Maschinen, deren Aufbau und Strukturelemente,

- die Organisation, Darstellung und Bearbeitung von Daten mittels datenverarbeitender Maschinen,

- die Anwendung datenverarbeitender Maschinen in Forschung, Technik, Wirtschaft und Verwaltung,

- die Wirkung dieser Anwendung auf das Befinden und Verhalten der verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft,

- die Weiterentwicklung der Methoden und Maschinen zur automatischen Datenverarbeitung unter Berücksichtigung der Folgewirkungen.

Die Informatik ist eine immer noch junge Wissenschaft, die sich in einer Phase dynamischer Entwicklung befindet. Bedingt durch die großen Fortschritte auf dem Gebiet der Kommunikationstechnik und Softwaretechnik ergeben sich laufend neue Möglichkeiten für die Struktur und den Einsatz der datenverarbeitenden Maschinen. Diese Entwicklung bedingt auch, daß die Lehrinhalte des Informatikstudiums immer wieder kritisch reflektiert und den neuen Randbedingungen angepaßt werden müssen.

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1.2. Tätigkeiten der Informatiker/innen

Die weite Verbreitung informationsverarbeitender Maschinen bedingt für die Absolventinnen/Absolventen des Informatikstudiums eine Vielzahl von Berufsmöglichkeiten, zum Beispiel:

- Mitarbeit bei der Entwicklung neuer Methoden und Systeme der Datenverarbeitung, z.B. bei Herstellerfirmen, Softwarehäusern, Forschungseinrichtungen,

- Mitarbeit bei der Einführung der automatischen Datenverarbeitung in Wirtschaft und Verwaltung,

- Betrieb und Wartung sowie der Vertrieb von Produkten der Computerindustrie,

- Tätigkeit in verschiedenen Forschungs- und Ausbildungsinstituten, einschließlich Lehre und Forschung im Hochschulbereich.

Der größte Teil der bisherigen Absolventinnen/Absolventen ist bei Anwenderinnen/Anwendern von Datenverarbeitungsanlagen tätig, worunter nicht wenige mittlere und kleinere Betriebe zu finden sind. Der Rest verteilt sich auf Hochschulen und Forschungsinstitute, Herstellerfirmen und Softwarehäuser. Für die Zukunft ist zu erwarten, daß sich der Prozentsatz der Diplom-Informatikerinnen/Informatiker, die bei Anwenderinnen/Anwendern von DV-Anlagen ihren Arbeitsplatz finden, auf Kosten von anderen Bereichen noch weiter erhöhen wird.

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1.3. Berufsaussichten

Die Anzahl der berufstätigen Diplom-Informatikerinnen/Informatikern ist ständig im Wachsen begriffen. Die Berufsaussichten für Diplom-Informatikerinnen/Informatiker sind zur Zeit hervorragend und auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten nicht schlecht. Berufsprognosen sagen einen weiter wachsenden Bedarf an Informatikerinnen/Informatikern voraus. Sättigungstendenzen wurden gelegentlich vorhergesagt und führten hier und da sogar zum Abbau von Studienplätzen. Neue technische Entwicklungen und Anwendungsgebiete der Informatik (z.B. Märkte und Entwicklungen rund um das Internet) haben aber für anhaltend hohen Bedarf gesorgt.

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1.4. Informatik und Gesellschaft

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde die elektronische Datenverarbeitung zu einem der wichtigsten Elemente der (modernen) Industriegesellschaft. Computer sind aus keinem Lebens- und Arbeitsbereich mehr wegzudenken. Sie tragen u.a. dazu bei

- Arbeitsabläufe in Produktion und Verwaltung zu überwachen, zu steuern und zu automatisieren,

- Routine- und Schmutzarbeiten auf Maschinen (Roboter) zu übertragen,

- die Leistungsfähigkeit von Wissenschaft und Technik, von Wirtschaft und öffentlichem Bereich zu steigern,

- Planungen und Entscheidungen durch schnelle Datenübermittlung und -zusammenstellung sowie durch Simulation zu fundieren und zu erleichtern.

Aus der rasch fortschreitenden Computerisierung ergeben sich jedoch auch zunehmend ernste soziale Probleme, durch die das Computerbild in der Öffentlichkeit immer negativere Züge annimmt. Einige Stichworte dazu: Computer als anonymer Antreiber und Kontrolleur, als Dequalifizierungsinstrument, als Job-Killer, als Bedroher der Privatsphäre, als Machtmittel in den Händen weniger. Der uneingeschränkte Ausbau der Informationstechnologie könnte zu ähnlich schwerwiegenden Fehlentwicklungen führen wie sie sich etwa auf dem Umwelt- und Atomenergiesektor zeigen.

Diese Gefahren frühzeitig aufzudecken und damit die rechtzeitige Bewältigung und Verhinderung unerwünschter Folgen zu ermöglichen, ist Ziel der Wirkungsforschung über Informationstechnologie. Solche Bestrebungen können nur Erfolg haben, wenn sie in die wissenschaftliche Entwicklung der Informatik eingebettet sind. In Forschung und Lehre und gegenüber der Öffentlichkeit muß die/der Informatikerin/Informatiker Nutzen, Grenzen und Gefahren ihres/seines Werkzeugs klären, auf mögliche Auswirkungen hinweisen, so bewußt die öffentliche Meinung mitgestalten und helfen, notwendige Maßnahmen einzuleiten.

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1.5. Informatikstudium in der Bundesrepublik Deutschland

Studiengänge für Informatik existieren an deutschen Hochschulen seit 1970. Zur Zeit studieren in der Bundesrepublik ca. 34 000 Studierende Informatik im Hauptfach. Die Zahl der Studienanfängerinnen/Studienanfänger hat nach einer Phase der Stagnation rasant zugenommen. Da an fast allen Hochschulen die Ausstattung mit Personal, Räumen, Laborveranstaltungen und Rechnern mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten konnte, haben die ersten Hochschulen, darunter auch die Berliner Universitäten, zum Wintersemster 2000/2001 Zulassungsbeschränkungen eingeführt (s. Pkt. 6.)

Informatik kann man zur Zeit außer an der TU Berlin an 45 anderen Hochschulen der Bundesrepublik studieren. Eine etwas veraltete Beschreibung der Studiengänge und eine Zusammenstellung der Lehrstühle und Forschungsgruppen an den einzelnen Hochschulen enthält der "Studien- und Forschungsführer Informatik", Ausgabe 1996, Springer Verlag Berlin-Heidelberg, der im Buchhandel erhältlich ist, aber auch bei der Studienberatung und in der Fachbereichsverwaltung eingesehen werden kann.


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